6.3.2022

Nr. 67: Krieg.

Krieg in Europa. Lange Zeit undenkbar, nun Realität.

Dass es so kommen musste, war jedem klar, der politische und gesellschaftliche Entwicklungen im „Westen“ der letzten Jahre aufmerksam und kritisch verfolgt hat. Dass es trotzdem eine Tragödie ist, die uns um ca. 90 Jahre in der Zeit zurückversetzt, ist ebenso klar.

Es ist Horror, Fernsehbilder zu sehen, von zerbombten Häusern, toten Menschen, in Kellern verschanzten Kindern – und das alles in unmittelbarer Nachbarschaft. Das wäre dann auch der Unterschied zu den Konflikten in Syrien, dem Irak etc., denn das ist vergleichsweise „weit weg“ und betrifft uns nicht direkt. Insofern ist es auch seltsam, wenn von einigen moniert wird, dass die Menschen hierzulande nun plötzlich Solidarität zeigen und helfen wollen, während das in Bezug auf andere Konfliktherde insb. in den letzten Jahren nicht (mehr) der Fall war. Das wäre, als würde man von Südkoreanern fordern, vom Russland-Krieg ebenso betroffen zu sein als von den Atomtests des Nachbarn im Norden. Manchmal lassen sich gewisse Dinge ganz pragmatisch erklären und nicht durch Schlagworte wie „Rassismus“ u.Ä.

Was soll man zu all dem sagen? Oft fehlen die Worte und man will, kann nichts sagen. Und muss vl auch nicht. Es wurde und wird ohnehin zu viel geredet, vA in „sozialen Medien“. Man darf auch einfach schockiert sein, sprachlos, innehalten, traurig sein und nicht mehr weiterwissen.

***

All das kostet Kraft, ein Nullpunkt ist erreicht, der unvermeidbar war. Nach null kommt eins, also Produktion und Materie, die anders aussehen wird als all das, das uns die letzten paar Jahre umgeben hat. Das muss nicht schlecht sein. Die Sonne schien zu hell und anstatt die Schatten zu sehen, die sie warf, wollten sie viele noch heller drehen. Utopie, immerwährendes Licht, Erleuchtung, Illusion. Ihre Welt bricht nun am meisten zusammen, sie werden diesen Krieg nicht überleben.

Es gibt keinen Ausweg, keine Flucht vor der Realität, Träume zerplatzen und falsche Ideologien lösen sich in Luft auf. Namen sind unwichtig, Bilder sprechen Worte und Worte sprechen Taten, die unumkehrbar sind, bis Taten wieder Worte sprechen.

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